Krank im Krankenhaus

Welche Chancen haben Sie als Patient, ein Krankenaus oder einen Arzt wegen eines Hygienemangels und einer daraus resultierenden Infektion in Haftung zu nehmen?

Die Gefahr sich im Krankenhaus mit einem sogenannten Krankenhauskeim zu infizieren, sollte von Patienten nicht unterschätzt werden. Nicht zu oft sind Isolierungsmaßnahmen unzureichend oder ein isolierpflichtiger Patient wird zu spät erkannt. Hier können sich ernsthafte Konsequenzen ergeben, da man nun selbst mit diesem Keim zu kämpfen hat.

Zu den Zahlen :

Jährlich infizieren sich bis zu 600.000 Menschen in Kliniken mit Krankheitserregern – häufig mit ernsthaften Folgen. Denn Patienten, die sich mit dem sogenannten MRSA-Bakterium (kurz für Multi-resistenter Staphylococcus aureus, also antibiotikaresistente Staphylokokken-Stämme) anstecken, müssen nicht nur länger in der Klinik bleiben, sondern können auch schwere Folgen davon tragen. Die Ansteckungsquote in deutschen Krankenhäusern liegt nach offiziellen Angaben bei etwa 3 bis 4 %. Geschätzt sterben pro Jahr 40.000 bis 50.000 Patienten an diesen nosokomialen Erkrankungen. Etwa 1/3 dieser Todesfälle werden durch vorwerfbare Hygienefehler des Personals oder der Ärzte verursacht, insbesondere durch unterlassene oder unzureichende Händedesinfektion.

Der Bundesgerichtshof hat sich bis zum heutigen Zeitpunkt erst in zwei Entscheidungen zum Problemkreis MRSA geäußert.  Im Jahre 1991 hat der Bundesgerichtshof (BGH VersR 1991, 467 ff.) die Haftung eines Krankenhauses abgelehnt, weil eine Keimübertragung auch bei Beachtung der gebotenen hygienischen Vorsorge nicht vermeidbar gewesen sei. In einem weiteren Fall hat der BGH im Jahre 2007 (BGH NJW 2007, 1682 ff.) genau das Gegenteil entschieden.

Nach den beiden Entscheidungen des BGH kommt es darauf an, wie die Keime übertragen wurden: Geschah dies – wie im 1. Fall – im OP-Bereich unter Einhaltung aller Hygienevorschriften, etwa durch ein Mitglied des Operations-Teams, so sind die Aussichten des Betroffenen wenig erfolgreich. Denn absolute Keimfreiheit sei bei einer Operation nicht erreichbar, die Ausbreitungswege der Keime seien in Kliniken nicht komplett kontrollierbar – immer vorausgesetzt, die Hygienestandards wurden eingehalten. Anders ist die Rechtslage – wie im 2. Fall -, wenn die Infektion von einem Pfleger auf Station oder der Arzthelferin einer Praxis übertragen wurde: Denn der Praxisinhaber oder Krankenhausträger muss grundsätzlich alle organisatorischen und technischen Vorkehrungen treffen, um eine vermeidbare Keimübertragung durch sein Personal zu verhindern. Hat er nachweislich geschlampt, so hat der betroffene Patient Anspruch auf Schadensersatz.

Ob der betroffene Patient nun einen Anspruch gegen den Krankenhausträger oder den behandelnden Arzt hat, hängt also immer vom Einzelfall ab. Anzuraten ist daher allen Betroffenen, die Opfer eines Behandlungsfehlers oder ähnlich schuldhaften Verhaltens geworden sind, sich an unsere Kanzlei unter www.kanzlei-dr-altintas.com zu wenden, damit wir Ihre Rechtslage fachkundig überprüfen und Ihre Ansprüche erfolgreich durchsetzen können.

mrsa virus

 

 

 

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